Das aktuelle Wochenprogramm


Freitag, 15. November

14.00 bis 16.00 Uhr Bücherei geöffnet

Sonntag, 17. November

9.00 Uhr ökumenischer Gottesdienst zum Volkstrauertag
mit Pfrin. Schoblocher und Helmut Poloczek
in der kath. Kirche St. Cyriakus

Wochenprogramm vom 18. bis 22. November

Montag, 18. November

20.00 Uhr KGR-Sitzung

Dienstag, 19. November

19.00 Uhr Gitarrenspielkreis nach Absprache

19.30 Uhr Gospelchor

Mittwoch, 20. November

9.00 - 11.00 Uhr Gemeindebüro geöffnet

kein Konfi 8

Donnerstag, 21. November  

20.00 Uhr Häkelkreis

Freitag, 22. November

Neu! 10.00 - 11.30 Uhr Krabbelgruppe

für Kids von 0 bis 3 Jahren

14.00 - 16.00 Uhr Bücherei geöffnet
 

Rückblick


Mit einem ökumenischen Gottesdienst am 9. November in der Evangelischen Kirche in Wiesensteig gedachten Mitglieder beider Kirchengemeinden des Mauerfalls vor 30 Jahren. Pfarrer Baumgarten und Pfarrerin Schoblocher leiteten den gut besuchten Gottesdienst. Die Kirchenlieder begleitete Clara Baumeister souverän auf dem Klavier. Sie konnte zum Glück kurzfristig für den erkrankten Uli Beisenwenger einspringen.

Zur Einstimmung erklang der Song „Winds of Change“ von den Scorpions, der zur Hymne der Wende geworden ist.

Als Zeitzeugin erzählte Heide Straub aus Saalfeld in Thüringen vom DDR-Alltag und von ihren Erlebnissen in den Tagen des Mauerfalls – da war sie 13 Jahre alt, so alt, wie die interessiert zuhörenden Konfirmanden und Konfirmandinnen heute sind. Sie schilderte lebendig und anschaulich das streng regulierte Leben in der DDR und die prekäre Versorgungslage. Dort, im südlichen Thüringen, durfte sie ihren Vater, den Tierarzt, oft nicht in das grenznahe Sperrgebiet begleiten. Dort konnte man zwar Westfernsehen empfangen, aber am anderen Tag nicht mit den Mitschülerinnen über die Sendungen sprechen. Als die Grenzen geöffnet wurden, mussten die Saalfelder für ein Visum anstehen. Bei ihrem Besuch auf der anderen Seite der Grenze wurden alle DDR-Bürger herzlich empfangen. Heide Straub kaufte sich einen Kassettenrecorder von ihrem Begrüßungsgeld, dieses reichte zwar nicht ganz, aber die Verkäuferin erließ ihr einfach die Restsumme. Zur Frage, was sie heute vermisst, schwärmte sie vom Geruch der Westpakete, mit ihrem Duft nach Kaffee, Schokolade, Seife, Deo und dergleichen.

In ihrer Ansprache stellte Frau Schoblocher eine Beziehung her zu jenem anderen 9. November im Jahre 1938, der als Reichsprogromnacht in die Geschichte eingegangen ist. Weil dieses Datum auch mit diesem schrecklichen Ereignis besetzt ist, konnte der 9. November leider nicht zum Nationalfeiertag werden. Aber die Termindoppelung könne als Chance gesehen werden, bei aller Freude über den Mauerfall 1989 auch ganz nüchtern die Verantwortung für das Geschehen im Jahr 1938 zu übernehmen und es niemals zu vergessen. An diesem Abend sollte jedoch der freudige Anlass im Mittelpunkt stehen, die überraschende Wende in der DDR, die von vielen als Wunder empfunden wurde.

So stießen alle beim anschließenden Sektumtrunk auf dieses wunderbare Ereignis an, und es wurde weitererzählt von persönlichen Erlebnissen bei DDR-Reisen, insbesondere bei den Grenzübertritten. Die Frauen vom Ökumenischen Frauenfrühstück hatten die Organisation des Sektempfangs übernommen, dafür gebührt ihnen besonderer Dank!
Text: Margret Haas