Das Konfi3 plus 8-Modell

- Gründe für die Reform der Konfirmandenarbeit

 

Früher wurden die Jugendlichen in der 8. Klasse konfirmiert, doch seit ein paar Jahren ist alles anders:

 


"Mit Kindern und Jugendlichen auf dem Weg des Glaubens" lautet der Titel der neuen Rahmenordnung für Konfirmandenarbeit, die auf der Landessynode 2000 verabschiedet wurde. Sie trägt dem Umstand Rechnung, dass die Gemeinde seit dem Zeitpunkt der Taufe die Aufgabe übernommen hat, den Täufling auf dem Weg in der Gemeinde zu begleiten – d.h. ihm auf dem Weg des Glaubens unterstützend zur Seite stehen.

 

Ein weiterer Gesichtspunkt ist die zunehmende "Entchristlichung" unserer Gesellschaft: Es wird zunehmend die Erfahrung gemacht, dass immer mehr Jugendliche zum Zeitpunkt des Konfi-Unterrichts in der 8. Klasse sehr wenig oder gar nicht mit Kirche und christlichem Glauben in Berührung gekommen sind. Anstatt diese Grundlagen festigen ("konfirmieren") zu können, gilt es, diese erst einmal zu legen, damit die Jugendlichen einen Zugang zu Gott finden können. In der Zeit der Pubertät ist dies aber eine besondere Herausforderung.

 

Im Alter von 8-9 Jahren dagegen ist die Bereitschaft bei Kindern sehr ausgeprägt, Zusammenhänge und Hintergründe der verschiedensten Lebensbereiche zu hinterfragen und auch zu verstehen. Deshalb sind sie in diesem Alter (3. Klasse) gegenüber religiösen Fragen und biblischen Erzählungen besonders aufgeschlossen. Durch diese kindliche Neugierde können die ersten Schritte gewagt werden, erste Grundlagen des Glaubens zu vermitteln.

 

Konfi3 nun soll die Kinder in Formen christlichen Zusammenlebens und in das Gemeindeleben einführen. Neben dem Pfarrer soll nun auch der Gemeinde sowie den Eltern, Paten usw. eine Mitverantwortung an der religiösen Bildung übertragen werden, das das Taufversprechen ja eigentlich schon zur Aussage hat: "Wollt ihr dazu beitragen, dass diese Kinder das Evangelium von Jesus Christus kennenlernen und den Weg in die christliche Kirche finden? – Ja mit Gottes Hilfe". Sie begleiten die Kinder auf unterschiedlichste Art und Weise "auf ihrem Weg zum Glauben", so dass die Kinder ihre eigene Ausdrucksform des Glaubens erproben und entwickeln können.

 

Diese Kinder, deren persönliches Umfeld (Eltern, Paten, Großeltern, usw.) und bei denen die kirchliche Kinder- und Jugendarbeit (Kinderkirche, Jungschar,usw.) einen "religiösen Grundstock" gelegt hat, stehen fünf Jahre später in der 8. Klasse dem "eigentlichen" Konfi-Unterricht viel aufgeschlossener gegenüber. An die in der Kindheit gemachten positiven Erfahrungen kann nun angeknüpft werden. Die Jugendlichen sollen nun Berührungspunkte zwischen dem Katechismus und ihren eigenen Lebensthemen finden, was durch Projekte erarbeitet werden soll. Aber auch Freizeiten, Gemeindepraktika sollen ihnen Wege gelebten Glaubens aufzeigen. So sollen sie ihren eigenen Weg des Glaubens – sei es nun spirituell oder durch den Dienst am Nächsten – entdecken und damit ihren Platz in der Gemeinde definieren.

 

Die Konfirmandenarbeit wird nun seit dieser Reform nun also nicht für die Kinder und Jugendlichen durchgeführt, sondern mit ihnen gestaltet. Ihnen wird nun Raum in der Kirche zugestanden, bei dem sie sich aktiv einbringen können - als vollwertige Mitglieder der Gemeinde.