Der freiwillige Gemeindebeitrag löst das Kirchgeld ab

Jahrzehnte lang durften evangelische Kirchengemeinden in Württemberg das sogenannte Kirchgeld, auch Ortskirchensteuer genannt, erheben. Es stand – im Gegensatz zur Kirchensteuer – vollständig der Kirchengemeinde zur Verfügung. Das Kirchgeld stellte damit einen nicht unerheblichen Beitrag zur Finanzierung der Aufgaben der Kirchengemeinde dar.

 

Die Ortskirchensteuer wurde von den Gemeindemitgliedern erhoben, die mindestens 18 Jahre alt und nach dem Bundessozialhilfegesetz nicht anspruchsberechtigt sind oder in ähnlichen wirtschaftlichen Verhältnissen leben und mehr Einkünfte als das Existenzminimum haben – und trotzdem keine Lohn- oder Einkommenssteuer und damit keine Einkommenssteuer entrichtet haben. Das Kirchgeld betrug mindestens 12 Euro jährlich und erhöhte sich einkommensabhängig.

 

Vom Land Baden-Württemberg wurde diese Praxis der Kirchgelderhebung vielfach bemängelt und das Kollegium des Evangelischen Oberkirchenrates in Stuttgart hat darauf reagiert. Er hat per Verordnung vom Februar 2006 beschlossen, künftig kein Kirchgeld mehr zu erheben. Stattdessen kann jede Gemeinde einen sogenannten „Freiwilligen Gemeindebeitrag“ von allen ihren Gemeindemitgliedern erbitten. Auch die Bezirkssynode hat sich dieser Entscheidung im November 2006 einstimmig angeschlossen. Im Laufe des Jahres 2007 wurden nun alle Kirchenmitglieder angeschrieben und um einen freiwilligen Gemeindebeitrag gebeten – dies war auch in unserer Kirchengemeinde der Fall.

 

Wir wissen, dass viele von Ihnen genau rechnen müssen. Und wir danken ausdrücklich allen, die durch die Zahlung der Kirchensteuer Ihre Solidarität zum Ausdruck bringen. Das haben wir alles nicht aus dem Blick verloren. Dennoch legen wir Ihnen allen den Gemeindebeitrag ans Herz. Wir bitten um Unterstützung – Sie entscheiden. Es ist Ihr freiwilliger Gemeindebeitrag für die Kirche vor Ort.

 

 

Im folgenden wollen wir einige Fragen zum Freiwilligen Gemeindebeitrag beantworten und Ihnen darlegen, welchem Verwendungszweck dieser in den vergangenen Jahren zugeführt wurde bzw. wie er im aktuellen Jahr verwendet werden soll.