Warum kein traditionelles Kirchengebäude?

- Eine wichtige Grundsatzentscheidung 

 

Die folgenden Zitate sagen sehr viel darüber aus, warum man sich für diesen modernen Baustil entschieden hat:

Das Fenster zur Außenwelt (nebenan ist der Kindergarten)

"Niemand vermutet hinter der Fassade aus Beton und Klinkersteinen sakrale Räume, kein Turm und kein Kreuz weisen in diese Richtung.
Eine Begegnungsstätte, ein Rasthaus an der Straße des Lebens möchte man diese ‚Kirche’ wohl eher nennen. Da gibt es Küche und Kühlschrank, Bücherei und Gruppenräume zu Spiel und Gespräch und natürlich den Raum der Verkündigung. Da sind große Fenster, die den Blick frei geben in die umgebende Welt, nicht dunkelnde Farbfenster, die den Menschen im Raume festhalten zu Mediation und Gebet. Oder jedenfalls – das ist wohl das Kirchenverständnis und die Bauabsicht, die dahinter stehen -, es soll bei Meditation und Gebet die Welt um uns nicht übersehen oder gar vergessen sein."

(Dekan Paul Lempp anlässlich der Einweihung des Gemeindezentrums im Jahre 1974)

 

"In diesem Sinn ist hier keine Kirche entstanden. Nicht als ob eindeutige Ausrichtung nicht auch heute notwendig wäre… Schließlich wird uns heute langsam wieder klar, was früher unter anderen sozialen Bedingungen selbstverständlich war: Daß Glaube nicht nur eine Sache des Verstandes sondern auch des Lebens ist. Neben der Predigt im Gottesdienst ist deshalb das Gespräch notwendig; neben den Ernst unseres Tuns tritt die Feier, das Fest; neben der Information ist ein Angebot zur Geselligkeit und zur ungezwungenen Kommunikation heute dringender als je. Das Raumprogramm und die Gestaltung dieses Hauses suchen diesen Anforderungen gerecht zu werden. Es ist als Angebot gedacht für alle, die dieses Angebot in Anspruch nehmen wollen. Daß dabei keine konfessionellen Grenzen gezogen werden können, versteht sich nach dem Gesagten wohl von selbst … Aber auch viele andere Fragen lassen sich weit eher lösen, wenn sie gemeinsam angegangen werden, als wenn jeder sich allein abmüht. Unterschiede sollen damit keineswegs verwischt werden. Verschiedene Meinungen auch in entscheidenden Dingen werden wir immer zu tragen und wohl öfters auch zu erleiden haben…"

(Pfarrer Gottfried Ludwig anlässlich der Einweihung)

 

Diese zwei Äußerungen sind auch heute noch gültig, denn auch heute noch ist das Gemeindezentrum ein Ort der Begegnung.

Blick zum Ornamentfenster