Die Konzeption des Gemeindezentrums

- Eine "Funktionsbeschreibung"

 

Im folgenden lesen Sie eine Beschreibung des damaligen Architekten, der von der Bauherrschaft - der evangelischen Kirchengemeinde Wiesensteig-ausgewählt wurde:

Blick auf den Altar

"Bei der Ausschreibung des Wettbewerbs im Jahre 1971 hat die Bauherrschaft ihre Vorstellungen zum Bau des neuen Gemeindezentrums niedergelegt. Es bestand der Wunsch nach einer wirklichen Heimat, enthaltend einen Gottesdienstmehrzweckraum der wohnlich ist, die Sammlung und Gemeinschaft fördert. Außerdem werden großzügige Jugendräume für die ökumenische Jugendarbeit verlangt, die einen großen Teil der Baumaßnahme ausmachen …

 

Entsprechend der Aufgabenstellung sind die Räume so angeordnet, daß sie ineinanderfließen und über das großzügig angelegte Foyer zu einer Einheit zusammenschmelzen. Trotz dieser Offenheit sind die einzelnen Gruppen klar ablesbar und in Raumform und Höhe differenziert.

 

Sämtliche Räume sind durch Schlichtheit und Wärme geprägt. Die verwendeten Materialien kommen mitten aus der Baupraxis der Gegenwart und sind somit wirklich allen geläufig. Lapidare Gegensätze von Stein, Glas und Holz beherrschen den Bau und geben ihm seine Würde. Bewußte Farbakzente entsprechen der Heiterkeit, die auch bei Bauwerken dieser Art nicht fehlen darf.

 

Das "Zeltdach" des Sakralraumes

Der Gottesdienstmehrzweckraum hat eine ansteigende Holzdecke und erinnert so an die urtümlichste, von Menschen gemachte Hausform, die des Zeltes. Seine Aufrichtigkeit wirkt befreiend und ist frei von jeder Mystik und sakraler Vortäuschung.

Der verkleinerte Sakralraum

Durch die Erweiterbarkeit mit dem Foyer wird er zum idealen Allzweckraum für jede Art von Veranstaltung. (Ergänzung: Der Sakralraum als solcher kann jetzt auch zudem durch die Nutzung einer Trennwand für den regulären Sonntagsgottesdienst verkleinert werden. Dadurch entsteht ein weiterer Raum , der werkstags für unsere Gruppen und Kreise nutzbar ist.)

 

Der hintere Teil des Sakralraumes

Das Foyer

 

Das Foyer … bietet Möglichkeit zum Verweilen, zum Gespräch und zu kleinen Veranstaltungen. Außerdem können hier auch künstlerische Ausstellungen vorgenommen werden.

 

Der Jugendbereich mit seinen 4 Räumen kann durch eine Schiebetür selbständig abgetrennt werden. Die Räume lassen ebenfalls eine vielseitige Nutzung zu …
Amtszimmer des Pfarrers und Registratur sind an die Eingangszone verlegt und sowohl von hier, als auch vom Foyer zugänglich.

 

Durch die einheitliche Auswahl der Bodenbelege, Möblierung und durch die Farbgebung ist die geschlossene Einheit gegeben und eine Austauschbarkeit untereinander jederzeit möglich."


(Architekt Bauer zum Bau des Gemeindezentrums im Jahre 1973)

Der Sakralraum ohne Trennwand