Die Gründe für den Bau des Gemeindezentums

 

Die Beweggründe und die Schritte von der Idee bis zur Verwirklichung des Gemeindezentrums lassen sich am besten durch die Urkunde zur Grundsteinlegung des Evangelischen Gemeindezentrums am 7. Juni 1973 belegen:

Ein Teil der Fenster der alten Kirche wurden in den Sakralraum übernommen

"…Ihre Gottesdienste hielt die Gemeinde in den Jahren nach ihrer Gründung im Jahr 1808 in der ehemaligen Propstei, dem späteren Forstamt, seit 1821 dann in der Hauskapelle des damaligen Franziskanerinnenklosters, zunächst neben den Nonnen, die nur noch die Empore benutzten, seit 1836 allein, da die letzten Angehörigen des Stifts nach Bayern übersiedelten.

 

Da dieser Gottesdienstraum keine Erweiterungsmöglichkeiten bot, entstand in der Gemeinde schon früh der Wunsch nach einer neuen Kirche. 1895 wurde für den Kirchenbaufonds gesammelt . Bereits im Jahre 1898 entwarfen die Architekten Böcklen und Feil aus Stuttgart den Plan einer Kirche mit 280 Sitzplätzen in neugotischem Stil. Vor einer Verwirklichung kamen jedoch der erste Weltkrieg und danach die Inflation, die an einen Kirchenbau nicht mehr denken ließen.

 

Eine andere Konzeption zeigt ein Baugesuch aus dem Jahr 1938 von Architekt W. Klatte, Stuttgart-Degerloch, in dem der Anbau eines Gemeindesaals (75 Sitzplätze) an der NO-Seite des Pfarrhauses geplant war. Unter den damaligen politischen Verhältnissen ließ sich auch dieser Plan nicht verwirklichen.

Schließlich wurde in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg erörtert, ob nicht die bisherige Kirche nach Osten hin erweitert werden könnte. Doch auch dieser Plan scheiterte. Übrig blieb eine gründliche Renovierung des Kirchenraums und laufende Investitionen in den folgenden Jahren.

 

Doch war die Raumfrage für die Arbeit der Kirchengemeinde noch nicht gelöst. Nach wie vor fehlte jeder Nebenraum bei der Kirche. Alle nichtgottes-dienstlichen Veranstaltungen mussten in dem vom staatlichen Liegenschaftsamt der Kirchengemeinde zur Benutzung überlassenen ehemaligen evangelischen Schulraum im Gebäude Hauptstraße 28 abgehalten werden, der den Bedürfnissen der Gemeinde längst nicht mehr entspricht.

 

Deshalb fasste der Kirchengemeinderat nach langen und wechselnden Überlegungen am 20. November 1968 den Beschluß, ein Gemeindezentrum zu erbauen. Die Fragen des Standorts und des Rahmenprogramms waren zu klären, bis im Jahr 1971 ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben wurde, aufgrund dessen Architekt Heinz Bauer, Ebersbach, mit der weiteren Planung des Gemeindezentrums beauftragt wurde. Das Baugesuch wurde am 10. Juli 1972 vom Landratsamt Göppingen genehmigt. Im November desselben Jahres konnte die Baufirma H. Baum, Wiesensteig, mit den Aushubarbeiten beginnen. Aufgrund eines frühen Kälteeinbruchs und eines langanhaltenden Winters begannen die eigentlichen Bauarbeiten erst im April 1973 …".

 

Die Grundsteinlegung fand am 7. Juni 1973 statt und schließlich am 5. Mai 1974 wurde das Gemeindezentrum feierlich eingeweiht.

Blick auf den Altar und das Kreuz